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Tunnelportale


Bilder der Strecke: 6298 (KBS 570 / KBS 620)

3 Tunnel (3.376 Meter)Zwang  Brandleite  Zella-Mehlis 

[Erfurt -] (Neudietendorf - Arnstadt - Plaue/Thüringen -) Gräfenroda - Zella-Mehlis - Suhl (- Grimmenthal - Ritschenhausen)

Tunnel am Zwang  [IK]  (TH)

Nordostportal des Tunnels am Zwang (Foto: VSO)

Länge:
104 Meter
Laut Tunnelbuch 105,7 Meter

Streckenteil:
Gräfenroda - Zella-Mehlis

Lfd-Nr, Direktion:
1017, Erf-014

Seite/Quadrant:
66 C
68 A3

bei km:
30,3

Südwestportal des Tunnels am Zwang (Foto: VSO)
Nordostportal, vom Haltepunkt Dörrberg (September 2003)
(Foto: VSO)
Direkt oberhalb kreuzt die
Thüringerwald-Autobahn.
Südportal, vom Bahnhof Gehlberg (September 2003)
(Foto: VSO)

Brandleite-Tunnel  [IK] / [SM]  (TH)

Ostportal des Brandleite-Tunnels (Foto: VSO)

Länge:
3.039,5 Meter

Streckenteil:
Gräfenroda - Zella-Mehlis

Lfd-Nr, Direktion:
1018, Erf-015

Seite/Quadrant:
66 C
68 A3

bei km:
36,8 - 39,9

Westportal des Brandleite-Tunnels (Foto: VSO)
Ostportal, vom Bahnhof Gehlberg (September 2003)
(Foto: VSO)
Direkt am Westportal liegt
der Bahnhof Oberhof.
Westportal, vom Bahnhof Oberhof (September 2003)
(Foto: VSO)

Zella-Mehlis-Tunnel  [IK]  (TH)
Wird auch Zellaer Tunnel genannt

Westportal des Zella-Mehlis-Tunnels (Foto: VSO)

Länge:
233 Meter
Laut Tunnelbuch 234,3 Meter

Streckenteil:
Zella-Mehlis - Suhl

Lfd-Nr, Direktion:
1019, Erf-016

Seite/Quadrant:
66 C
68 A4

bei km:
45,9

Ostportal des Zella-Mehlis-Tunnels (Foto: VSO)
Westportal, vom Bahnhof Zella-Mehlis (Sep. 2003)
(Foto: VSO)
  Ostportal, vom Bahnhof Suhl (Mai 2003)
(Foto: VSO)

Geschichte:

Die Bahnstrecke von Neudietendorf nach Ritschenhausen ist im Kursbuch der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 570 verzeichnet. Es handelt sich um eine überwiegend eingleisige Hauptbahn, die von der DB Netz AG betrieben wird.

Hauptbahnhof Arnstadt (Foto: Wikipedia-Benutzer Michael Sander)  
Hauptbahnhof Arnstadt, fotografiert im April 2006 von Wikipedia-
Benutzer Michael Sander
, GNU-Lizenz, zum Originalbild
 
Von der Bahnstrecke von Neudietendorf nach Ritschenhausen wurde 1867 als erstes die zehn Kilometer lange Trasse von Neudietendorf nach Arnstadt als Zweigbahn durch die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft in Betrieb genommen. 1879 kam es zur Verlängerung der Strecke über Plaue nach Ilmenau. Die Querung des Thüringer Waldes und der Lückenschluss zwischen Plaue und Ritschenhausen wurde 1879 durch die Preußische Staatseisenbahn in Angriff genommen. Drei Jahre später wurde der Abschnitt von Suhl nach Grimmenthal eingeweiht. 1884 schließlich war Grimmenthal mit Ritschenhausen verbunden sowie der 33 Kilometer lange Abschnitt zwischen Plaue und Suhl fertiggestellt. Beim Bau dieses Streckenteils mit Rampen von durchschnittlich 20 ‰ Steigung war insbesondere der 3.039 Meter lange Brandleite-Tunnel mit knapp vier Jahren Bauzeit sehr aufwendig. Im August 1884 konnten schließlich die ersten durchgehenden Züge auf der anfangs eingleisigen Strecke verkehren.

Schnell entwickelte sich die Strecke zu einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung, so dass schon von 1886 bis 1893 zwischen Neudietendorf und Grimmenthal der zweigleisige Ausbau erfolgte. Bis zur Gründung der Deutschen Reichsbahn im Jahre 1920 waren die Bahnhöfe Ritschenhausen, der 1874 errichtet wurde und heute unter Denkmalschutz steht, und Meiningen, der 1858 errichtet und 1874 erweitert wurde, gemeinsame Grenzbahnhöfe der preußischen und der bayerischen Staatsbahn. Dort wurden bei Zügen in Richtung Erfurt oder Schweinfurt die Lokomotiven gewechselt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Verbindung in Richtung Bayern durch die Grenze zwischen der amerikanischen und sowjetischen Besatzungszone unterbrochen. 1946 wurde im Rahmen der Reparationsleistungen das zweite Streckengleis bis auf den Abschnitt von Gehlberg bis Oberhof abgebaut. Die Strecke blieb aber weiterhin eine wichtige Verbindung zwischen Südthüringen und Erfurt. Erst dreißig Jahre später konnte zumindest zwischen Neudietendorf und Plaue wieder zweigleisig gefahren werden. 1984 wurde der Abschnitt von Neudietendorf nach Arnstadt elektrifiziert, weil für die Städteexpresszüge von Meiningen nach Berlin im Erfurter Hauptbahnhof für den Lokwechsel, das Beistellen von zusätzlichen Reisezugwagen sowie die nächtliche Wagenbehandlung keine ausreichenden Kapazitäten vorhanden waren. Über den Thüringer Wald fuhren die Züge mit sieben Wagen und ab Erfurt wurden weitere Wagen benötigt. 1996 wurde die Fahrleitung zwischen Neudietendorf und Arnstadt außer Betrieb genommen und später wieder zurückgebaut.

  Bahnhof Gräfenroda (Foto: Wikipedia-Benutzer Michael Sander)
  Bahnhof Gräfenroda, fotografiert im Mai 2006 von Wikipedia-
Benutzer Michael Sander
, GNU-Lizenz, zum Originalbild
Zwischen 2003 und 2008 wurde die Strecke für den Einsatz von Neigetechnikzügen hergerichtet. Der Ausbau wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 abgeschlossen. Dabei wurde unter anderem der Brandleite-Tunnel fast ein Jahr gesperrt und saniert sowie ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) in Arnstadt installiert, welches den Streckenabschnitt von Neudietendorf bis Rentwertshausen überwacht.

Betrieb: Trotz einiger betrieblicher Hindernisse, wie den maximal 23,8 ‰ steilen Rampen im Thüringer Wald und dem in Schweinfurt für Züge Richtung Würzburg erforderlichen Fahrtrichtungswechsel, war die Strecke bis 1945 im Fernverkehr eine bedeutende Nord-Süd-Verbindung. Über sie verläuft die kürzeste Verbindung zwischen Berlin und Stuttgart.

Reiseverkehr: Schon Anfang der 1890er Jahre verkehrte ein Schnellzug von Berlin nach Stuttgart über Erfurt, Meiningen und Schweinfurt. 1914 gab es sogar drei Schnellzüge auf dieser Relation, die alle noch über Meiningen fuhren und dort Kopf machten.

Höhepunkt war das Jahr 1938 mit täglich einem Fernschnellzugpaar und fünf Schnellzugpaaren, welche von Berlin über Erfurt, Schweinfurt und Würzburg nach Stuttgart fuhren. Der FD 8 hatte zum Beispiel Kurswagen nach Zürich und Ventimiglia in Italien. Das Nachtzugpaar D 13/14 führte sogar Kurswagen bis Rom und Neapel. Die Bespannung der hochwertigen Reisezüge erfolgte durch die Baureihe 39. Da die Zuglast meist mehr als 250 Tonnen betrug, mussten diese auf den Rampen vor dem Brandleite-Tunnel nachgeschoben werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur noch Fernverkehrszüge über Erfurt und die damalige Bezirkshauptstadt Suhl nach Meiningen. Schnellzugverbindungen gab es nach Berlin, Dresden, Görlitz, Leipzig, Halle (Saale) und Stralsund. 1981 waren es acht Zugpaare, darunter der Städteexpress Rennsteig sowie ein Schnellzug des Städteschnellverkehrs nach Berlin.

Mit der Wiedervereinigung und dem Lückenschluss der Strecke entfielen die schnellfahrenden Züge von Meiningen nach Berlin. Die alte Verbindung von Berlin nach Stuttgart wurde nach der Wiedervereinigung für einige Jahre mit dem InterRegio »Rennsteig« wiederbelebt. Ab 1997 verkehrte er nur noch zwischen Erfurt und Stuttgart, 2001 wurde der Zug ganz eingestellt.

Bahnhof Ritschenhausen (Foto: Wikipedia-Benutzer Winfried Gänßler)  
Bahnhof Ritschenhausen, fotografiert im Mai 2003 von Wikipedia-
Benutzer Winfried Gänßler
, GNU-Lizenz, zum Originalbild
 
Im Fahrplan des Jahres 2009 fahren auf der Strecke im Zweistundentakt mit dem Mainfranken-Thüringen-Express die Regionalexpresslinie 7 der Deutschen Bahn AG von Erfurt über Schweinfurt nach Würzburg. Die Linie STB4 der Süd-Thüringen-Bahn von Erfurt nach Meiningen mit Halt auf allen Stationen verkehrt gleichfalls alle zwei Stunden, im Berufsverkehr häufiger. Hinzu kommen einige Regionalexpresszüge von Erfurt nach Meiningen. Zwischen Neudietendorf und Plaue fahren außerdem die Züge der Erfurter Bahn von Erfurt nach Ilmenau. Ritschenhausen wird durch den Unterfranken-Shuttle der Erfurter Bahn von Meiningen nach Schweinfurt bedient.

Güterverkehr: Nach Fertigstellung der Strecke im Jahr 1884 gab es einen intensiven Güterverkehr, bestehend sowohl aus Durchgangsverkehr als auch lokalen Güterverkehr für die an der Strecke liegenden Betriebe. Neben zahlreichen lokalen Zügen gab es zum Beispiel 1939 je Richtung täglich 12 durchgehende Güterzüge sowie vier Bedarfszüge mit Zuglasten von bis zu 1.200 Tonnen. Diese wurden im Regelfall von der Baureihe 95 über die Rampenstrecken gezogen und waren ab 1.000 Tonnen Last zusätzlich zu schieben.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es auf der Strecke in Thüringen aufgrund der zu bedienenden Industrie mit täglich acht Güterzügen von Arnstadt nach Grimmenthal sowie bis zu fünf Ganzzügen weiterhin ein hohes Verkehrsaufkommen. Typische Lokomotive war die Baureihe 44 mit Kohlestaubfeuerung, da diese bei der Durchfahrt des Brandleite-Tunnels abgestellt und das Qualmen vermieden werden konnte. Ab 1980 wurden die Züge mit bis zu 80 Achsen meist von der DR-Baureihe 131 befördert und mussten oft zusätzlich ab Gräfenroda bzw. Suhl bis zum Brandleite-Tunnel geschoben werden.

Nach dem Lückenschluss erlebte die Relation zwischen Jahren 1991 und 1994 aufgrund von weiträumig umgeleitetem Verkehr ihren letzten Höhepunkt im Güterverkehr. Bis zu acht schwere Güterzüge fuhren täglich zusätzlich über diese Nord-Süd-Verbindung. Seitdem gibt es nur noch bei Bedarf, zum Beispiel zum Transport von Holz, Güterzüge zwischen Erfurt und Grimmenthal.

Sonstiges: Da ab Bahnhof Gräfenroda viele Züge früher nachgeschoben wurden, gab es im Bahnhof einen Lokbahnhof des Bahnbetriebswerkes Arnstadt mit Drehscheibe sowie den notwendigen Behandlungsanlagen.
Quelle: Wikipedia, Bahnstrecke Neudietendorf - Ritschenhausen
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Landkarte:

[Erfurt -] (Neudietendorf - Arnstadt - Plaue/Thüringen -) Gräfenroda - Zella-Mehlis - Suhl (- Grimmenthal - Ritschenhausen)

Ausschnitt aus Kursbuchkarte von 1958

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